Sie sind hier: Start Mein Wahlkreis Aktuelles Schirmherrschaft der Weihnachtsgala "Merry Christmas 2011"...

Schirmherrschaft der Weihnachtsgala "Merry Christmas 2011" von "Der Chor!"

Mein Weihnachtsfest

Ja, ich bin schon richtig erwachsen - meine Kinder würden lachen - denn sie sind auch schon erwachsen - aber sie kennen das.

Tief in meinem Herzen bewahre ich mir den kindlichen Glauben, das kindliche Hoffen und die kindliche Freude.

In der Weihnachtzeit und auch in der vorbereitenden Adventszeit ist dieses kindliche Warten durch nichts zu erschüttern.

Da bin ich meinen Eltern bis heute dankbar dafür, dass ich das kann.

Nicht, dass ich keinen Stress hätte,

Termine, die mich vereinnahmen, Erledigungen, die nicht liegen bleiben oder verschoben werden können, alle Erwachsenen kennen das.

 

Aber meine Erinnerung an meine Kindheit und das Herbeizaubern ähnlicher Gefühle funktioniert.

Mit vier Geschwistern wuchs ich in Wetter Wengern auf, meine Eltern waren selbständige Handwerker, die viele Stunden arbeiteten, aber in unserem Haus.

Mein Vater wartete jeden Tag darauf, dass wir endlich von der Schule kamen und "Leben in die Bude" brachten.

Er hatte dann immer Lust, uns was zu erzählen, also kannten wir viele seiner Geschichten, ich glaub viele waren auch selbst erlebt, vor allem die, die er als Kind im Bombenhagel in Bochum erlebt hatte.

Sie waren aber nicht traurig, sondern spannend und aufrüttelnd, sodass wir uns in dieser Zeit wie reiche Leute fühlen konnten - und gar nicht merkten, dass eine Familie mit fünf Kindern immer schon eher nicht zu den Reichen gehörte.

Aber wir hatten alles, was man braucht: beste Versorgungslage, ein offenes Haus für andere Kinder, eine Nachbarschaft ohne Zäune und Hecken mit wunderbaren alten Tanten und wir waren sozusagen "das Dorf". Es gab nur wenige Vereine, in denen wir nicht aktiv waren.

Mit 16 war ich schon Vorstandsmitglied im Männergesangsverein 1864 Wengern e.V. - mein Vater hatte mich animiert einen Jugendchor, einen Kinderchor und einen Frauenchor mit zu begründen... und da landete ich gleich für diese Arbeit im Vorstand - mit lauter alten Herren - herrlich...

Natürlich sangen wir auch im katholischen Kirchenchor, die Missa Solemnis mit 14, und dann war der Pfarrgemeinderat und die KJG auch nicht weit entfernt.

Das alles hatte den Vorteil, dass wir in diesem Dorf alles das an Tradition lernten und pflegten, was für unseren Kulturraum typisch war. Und wir übten schon früh Verantwortung, um unsere Kreise eines Tages größer ziehen zu können.

Wie oft war ich schon glücklich darüber, im Ausland auch die deutschen Volkslieder singen zu können oder in Gottesdiensten wirklich alles mitmachen zu können oder auch anderen von unseren Traditionen und unserer Geschichte erzählen zu können.

Und die Geschichten vom deutschen Weihnachtsfest kann ich scheinbar so begeistert rüberbringen, dass in den letzten Jahren immer internationale Gäste an unserem privaten Heiligabend teilhaben wollten und konnten.

In dieser Zeit leiste ich mir den Luxus z.B. wirklich zu den Chorproben zu gehen, und zu backen, blechweise Plätzchen und Stollen - in Butter getaucht - auch gern mit den heute großen Kindern - fünf leben in unserem Haus, aber meistens sind es dann zehn. Drei Backöfen sind dann eingeschaltet und Weihnachtsmusik erfüllt das Haus.

Ein bißchen traurig bin ich darüber, dass es unsere junge Generation bisher nicht zum Mitsingen in einem Chor geschafft hat. Mit meinen Geschwistern kann ich vierstimmig singen und gerade zu Weihnachten und im Advent tun wir das mit Begeisterung.

In unseren jungen Jahren sind wir an den Weihnachtstagen mit unseren Liedern und Plätzchen in die Wohnhäuser der Menschen mit Behinderungen in Volmarstein gegangen, denn dann konnte es Weihnachten sein.

Es ging und geht alles immer auf den Tag zu - auf die Freude über die Geburt des Herrn.

Deshalb müssen unsere Gäste auch immer mit in den Gottesdienst.

Weiterhin Martinskirche der Evangelischen Stiftund Volmarstein - wir singen dort immer noch - an Heiligabend - und freuen uns darüber, das Gottes Sohn für alle Menschen geboren ist.

Ich habe Glück - ich kann weiterhin in einer Großfamilie leben - jetzt seit 25 Jahren eingeheiratet in eine aktive evangelische Familie in Hattingen, sind wir 30 Menschen in der kleinsten Konstellation.

Und unser Familientisch misst 5,60m und hat 26 Stühle - für viele ist Platz.

Und auch mit wenig Zeit, die Advents- und Weihnachtszeit mit schönem Schmuck und Kerzenglanz und Klängen dieser Zeit ist und bleibt für mich die schönste Zeit des Jahres.

Und auch in traurigen Zeiten ist es ganz besonders wichtig, für seine Seele aktiv etwas zu tun, ein gesungenes Gebet wirkt doppelt und Demut und Dankbarkeit weisen den Weg zurück in glückliche Zeiten.

In diesen Zeiten bin ich auch noch glücklicher über diejenigen, die sich aufmachen unsere Traditionen zu pflegen, den Gesang in Chören, Musik in Orchestern, Gedichte und Erzählungen in Kulturclubs und natürlich die Religion in den Kirchengemeinden und wenn es gut läuft - vor allem ein bißchen - in unseren Familien und Bildungseinrichtungen.

Mein Wunsch dabei ist immer, dass es uns gelingen möge, unsere Begeisterung weiterzugeben - oder zumindest diejenigen, die z.B. zugewandert sind, teilhaben zu lassen an unserer Freude.

Ist das nicht ein wunderbarer Weihnachtswunsch?

Ich freue mich auf die Weihnachtsgala "Merry Christmas 2011" und wünsche allen Mitwirkenden eine erfüllte Zeit.

Herzlichste Advents- und Weihnachtsgrüße

Ihre "Schirmfrau"

Regina van Dinther

© Regina van Dinther 2017