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Frauen verdienen weniger - Lohnkluft unverändert

Frauen verdienen in Deutschland weiterhin 22 Prozent weniger als Männer. Wie das Statistische Bundesamt zum Equal Pay Day am 21. März mitteilte, ist dieser Verdienstunterschied zwischen 2010 und 2013 konstant geblieben. Danach verdienten Frauen durchschnittlich brutto 15,56 Euro in der Stunde, Männer 19,84 Euro. Bei Vollzeitbeschäftigten war der Verdienstunterschied deutlich höher als bei Teilzeitbeschäftigten.

Die wichtigsten Gründe für den sogenannten unbereinigten Gender Pay Gap – die Kluft zwischen den Einkommen – sind die unterschiedlichen Branchen und Berufe, in denen Frauen und Männer tätig sind. Auch ungleich verteilte Arbeitsplatzanforderungen an Führung und Qualifikation spielen eine Rolle. Hinzu kommen weitere Faktoren wie zum Beispiel ein niedrigeres Dienstalter und ein geringerer Beschäftigungsumfang.

Damit können laut Statistischem Bundesamt rund zwei Drittel der Verdienstunterschiede erklärt werden. Das restliche Drittel betrifft Fälle, in denen Arbeitnehmerinnen auch bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation pro Stunde weniger als Männer verdienen. Der bereinigte Verdienstunterschied lag in Deutschland nach letzten Erhebungen im Jahr 2010 bei etwa sieben Prozent.

Nach der Statistik 2013 wurde der unbereinigte Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen bei Vollzeitbeschäftigten mit 17 Prozent angegeben. Weibliche Vollzeitbeschäftigte erzielten im Durchschnitt 17,72 Euro pro Stunde, während männliche Vollzeitbeschäftigte 21,44 Euro pro Stunde verdienten. Bei Teilzeitbeschäftigten betrug der Unterschied hingegen nur vier Prozent - mit einem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst für Frauen von 16,03 Euro und Männern von 16,75 Euro.

Die stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Sabine Weiss forderte eine Überwindung der Kluft. „Es ist nach wie vor ein Problem, dass Frauen bei einem beruflichen Wiedereinstieg häufig nur in Teilzeit, befristet oder in Minijobs arbeiten. Darüber hinaus sind Frauen immer noch in sogenannten typischen Frauenberufen beschäftigt, die schlechter bezahlt werden“, erklärte sie.

Die stellvertretende Vorsitzende Nadine Schön und die Vorsitzende der Gruppe der Frauen, Karin Maag, wiesen darauf hin, dass die jetzige Lohnlücke von 22 Prozent sich im Alter zu einer Rentenlücke von fast 60 Prozent entwickele. Sie warben dafür, dass sich Mädchen für Studien- und Ausbildungsgänge in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik bewerben. Für die Betriebe forderten sie verbindliche Verfahren gegen Entgeltdiskriminierung.

© Regina van Dinther 2017