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Aus RP: Nur 30 Teilnehmer bei Demo gegen Rassismus

Leverkusen. Das Echo war verhalten: Weitaus weniger Menschen als erwartet nahmen am Samstag in Opladen an der Demonstration gegen die rechtspopulistische Pro Köln teil. Der Kölner Beamtenbund und Tarifunion (dbb) hatten zu der Demo aufgerufen. "Wir hatten mit rund 1000 Leuten gerechnet", sagte Vorsitzender Frank Schmidt. Tatsächlich gekommen waren jedoch nur etwa 30 Demonstranten, um ein Zeichen gegen Rassismus, Ausgrenzung und Homophobie zu setzen.

Pro Köln hatte sich für den Christopher Street Day (CSD) am 7. Juli in Köln angemeldet und dabei angegeben, mit der Teilnahme Schwule und Lesben vor muslimischen Mitbürgern schützen zu wollen. "Es kann nicht sein, dass Parteien wie Pro Köln den CSD für ihre Zwecke missbrauchen und unsere Themen nutzen, um ihre Weltanschauungen an den Mann zu bringen", kritisierte der Vorsitzende des Kölner dbb. Freitagmittag hatte die Partei Pro Köln ihre Teilnahme wieder abgesagt. Laut Schmidt vermutlich ein Grund, dass es zur Verwirrung kam und einige Menschen der Demonstration fernblieben.

Pascal Siemens, Vorsitzender des Vereins "Kölner Lesben- und Schwulentag" (KLuST), der den CSD organisiert, war über die Absage Pro Kölns nicht überrascht: "Die verfolgen ja eine Strategie, die auf der Hand liegt - sie wollen provozieren, Aufmerksamkeit auf sich ziehen und sich nachher als Opfer darstellen." Auch sei die Absage kein Anlass gewesen, die Aktion in Opladen ausfallen zu lassen: "Es ist wichtig, so eine Veranstaltung trotzdem stattfinden zu lassen, um ein Zeichen zu setzen und die Leute zu animieren, sich mit den Themen zu beschäftigen", betonte Frank Schmidt. Petra Isenberg und Frank Altmeyer gehörten zu jenen Demonstranten, die am Samstag Farbe bekannten. "Man muss auf die Straße gehen und zeigen, dass es Leute gibt, die deutlich gegen Pro Köln sind", betonte Altmeyer. Die beiden Kölner waren jedoch "total frustriert" aufgrund der geringen Teilnehmerzahl. Genau wie Claudia aus Leverkusen: "Ich finde es sehr schade, dass so wenige Leute mitmachen - aber es ist immerhin ein kleiner Anfang, das kann ja noch wachsen." Die 49-Jährige, die selbst lesbisch ist, lobte die Demo: "In Leverkusen gibt es ja nicht so viele Aktionen, die das Thema Homosexualität aufgreifen, daher finde ich es klasse, dass heute mal so etwas stattfindet."

Die Gruppe zog vom Opladener Bahnhof zum Parteibüro von Pro NRW, wo die Kundgebung stattfand. Mehrere Politiker unterstützten das Anliegen des dbb Köln. So stellte Dirk Trapphagen von den Leverkusener Grünen klar: "Pro Köln wollte den CSD für antimuslimische Propaganda nutzen, diese hat dort aber absolut nichts zu suchen." Christdemokratin Regina van Dinther appellierte, "auch im Privatleben Flagge zu zeigen: Freundschaften können bunt und vielfältig sein, und jeder sollte Gottes bunte Schöpfung unter unserem Himmel respektieren."

Die Polizei verzeichnete keine Zwischenfälle an diesem Tag. Auch die Nacht blieb ruhig.

Quelle: RP online

© Regina van Dinther 2017