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Aus derwesten.de: Aus der Normandie nach Winz-Baak

Hattingen. Die Französin Aude Decultot hat sieben Monate bei der CDU-Landtagsabgeordneten Regina van Dinther gelebt. Ihre 16-köpfige Familie hat sie in Hattingen besucht. Dabei flossen Tränen. Nicht wegen Aude.

Ein Praktikum der besonderen Art: Aude Decultot hat für sieben Monate die Hattinger Landtagsabgeordnete der Christlich Demokratischen Union (CDU) Regina van Dinther bei ihrer Arbeit begleitet und auf dem alten Bauernhof der Familie gelebt. Eine beeindruckende Zeit, wie sie selbst sagt, in der sie Angela Merkel getroffen, den CDU-Parteitag in Hannover besucht und viel über die deutsche Kultur gelernt hat. Gewöhnen musste sich sich zunächst aber vor allem an das Frühstück der van Dinthers.

„Bei uns gibt es morgens keine Wurst und keine Tomaten und Gurken“, schmunzelt die 21-jährige Politikstudentin: „Sondern Käse, Baguette und Croissant.“ Kleine Unterschiede, die man nur durch einen Austausch erlebe. Die Erfahrungen hat Aude mit ihrer gesamten 16-köpfigen Familie geteilt: „Sie haben mich alle besucht.“ Übernachtet wurde in einem Hotel in Bochum, die Tage verbrachten die Franzosen in der Altstadt und bei Familie van Dinther. „Meiner Familie hat Hattingen sehr gut gefallen.“

Abends veranstalteten die van Dinthers deutsche und französische Nächte. Wahlweise mit Bier oder Champagner. Zu der 16-köpfigen Familie von Aude kamen noch mal die 35 Familienmitglieder der van Dinthers hinzu. Es wurde gelacht, gesungen - und es flossen Tränen. „Die Ältesten haben geweint“, erzählt Regina van Dinther: „Sie haben noch gegeneinander Krieg geführt.“ Diese Begegnung habe für alle Beteiligten die Bedeutung von einem gemeinsamen Europa unterstrichen. „Die ist meine Motivation, regelmäßig Austauschstudenten aufzunehmen“, sagt Regina van Dinther: „Europa wird so für alle erfahrbar.“

Aude Decultot schätzt nach den sieben Monaten nicht nur Hattingen, sondern auch die deutsche Politik. Sie hat die Arbeit der CDU im Landtag in Düsseldorf, die Frauenunion und die Junge Union kennen gelernt. Und vor allem Angela Merkel bei einem Besuch in Berlin getroffen: „Ich war vorher richtig nervös. Aber sie war sehr nett.“ Doch warum die CDU? „Ich bin Mitglied der UMP. Sie ist die französische Schwesterpartei der Union.“

Politikerin möchte Aude aber trotzdem nicht werden: „Mein Ziel ist es, im Staatsdienst zu arbeiten.“ Und sie fügt schmunzelnd hinzu: „Aber man weiß ja nie.“

Nun geht für Französin erstmal wieder nach Hause. Regina van Dinther wird die junge Frau in jedem Fall vermissen: „Es war sehr angenehm, sie hat auch immer die Spülmaschine ausgeräumt.“ Den Kontakt wollen sie über Facebook halten. Und sich wiedersehen. Denn Audes Heimatort Le Havre wird bald von den 35 Familienmitglieder der van Dinthers bevölkert. Alle wollen nach Frankreich fahren. Die Decultots freuen sich schon.

Marian Laske

Quelle: www.derwesten.de

© Regina van Dinther 2017